Graz anno 2003

Gangan Lit-Mag #28 in print

Gerald Ganglbauer (Hrsg): Graz anno 2003 (deutsch). Gangan Verlag, Stattegg 2019, 76 Seiten, Paperback, 21 x 14,5 cm, ISBN 978-3-900530-78-5, € 8,90 | Verlag | Buchhandel | Web gangan.at

2003-cover-U1The submission by Austrian writer Helmut Schranz, and the heated discussion amongst members of the Styrian literary circle that followed, inspired me to dedicate this issue to the City of Graz, being 2003 European Cultural Capital. Sorry, German language only – or should I say “language warning”?
Gerald Ganglbauer
Sydney & Graz

Gerald Ganglbauer | Helmut Schranz | Ralf B. Korte | Hans Fraeulin | Renate Weis | Walter W. Hölbling | Gernot Lauffer | Monika Mokre | Mona May | Monika Wogrolly | Hermann J. Hendrich | Siegfried Holzbauer

In Memory of Helmut Schranz 1963 – 2015 and Hans Fraeulin 1950 – 2017

Rudi Krausmann 1933 – 2019

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Rudi and I at the Eaglemont Bookshop, Melbourne 1995

Rudi Krausmann (* 23. Juli 1933 in Mauerkirchen, Salzburg; † 15. März 2019 in Sydney) war ein australischer Dramatiker und Dichter österreichischer Abstammung.

1989 besuchte ich Rudi in Paddington (einem inneren Bezirk der City of Sydney) um ihn einzuladen, Mitherausgeber meiner geplanten Reihe THE OZLIT COLLECTION zu werden. Es gab keinen besseren zweisprachigen Kenner der australischen Literaturlandschaft als ihn, der seit 1958 hier lebte und 1975 die Zeitschrift Aspect: Art and Literature gründete und bis 1989 als Herausgeber führte.

Wir arbeiteten 20 Jahre zusammen, bis sein Alzheimer und mein Parkinson uns trennten. Ich traf Rudi und Flis Andreasen, seine späte Liebe, ein letztes Mal am 3. März 2010 in einem Pub in Sydney und nun ist er endgültig ausgewandert. Rest in peace.

Kopfbahnhof

Notizen gegen das Vergessen: Vorschau

“Kopfbahnhof” nimmt den roten Faden auf, wo “Ich bin eine Reise” anno 2014 einen vorläufigen Halt gemacht hat. Die Autobiografie eines Parkinson-Erkrankten wird aber ein Fragment bleiben …

Kopfbahnhof-Cover-Big
Gerald Ganglbauer: Kopfbahnhof

Gerald Ganglbauers sechstes Buch wird auch sein letztes.

 

Verlagsgeschichte

Hello world

Am 3. April 1996 begrüßte ich die virtuelle Welt mit eben diesen Worten, die auf allen Bildschirmen des damals noch in der Steinzeit befindlichen World Wide Web zeitgleich erschienen. Ich hatte eine “website” am Internet gebaut, in einer Zeit, wo der Mann von der Straße weder wusste, wofür “http://” stand, noch eine E-Mail Adresse zu seinem täglichen Leben gehörte. Doch da war sie, meine erste “homepage”, mit ihr war ich “online” und der Gangan Verlag sichtbar für alle Welt. Zumindest für jene Teile der Welt, die sich den Luxus leisteten, denn man bezahlte noch Unsummen für jede Minute Internetzugang.

Logo Buchverlag 1984 – 1988

Als Startseite diente eine zentrierte Logo des Verlags, der man mit den damaligen Modem-Geschwindigkeiten beim Laden zusehen konnte, dann gab es einige Seiten Text über unsere Bücher, die durch geheimnisvolle Hyperlinks verknüpft waren, sowie die erste Ausgabe von Gangway, meinem vierteljährlichen Literaturmagazin. Alles noch in selbst erlernter HTML für den neuen Netscape Browser geschrieben, der gerade die erste Version vom März 1995 abgelöst hatte. Interessierte können sich die Entwicklung von gangan.com gern im Internetarchiv WayBackMachine ansehen. Gangway ist in der australischen Nationalbibliothek archiviert.

Logo Buchverlag 1989 – 1994
Australian Imprint seit 1989

Vor zwanzig Jahren zählte ich damit zu den Pionieren des Internet, war stolz darauf und beobachtete voller Neugierde, wer sich meine Seiten ansah. Das waren in den 90-er Jahren sicherlich keine Leser zeitgenössischer Literatur, denn ich verkaufte kein einziges Buch. Aber es wurden immer mehr. Meist Computer-Geeks, die damals noch ziellos “surften”, wie man den sinnlosen Zeitvertreib nannte, jedoch keinerlei Interesse am Buchmarkt mitbrachten. Dennoch war ich überzeugt davon, dass das Internet einmal in jedem Haushalt landen würde und aktualisierte meinen Webauftritt parallel zum Fortschritt der Technik und der Programme.

Logo Buchverlag seit 2014

Bei gangan.com und gangway.at war nichts “von der Stange”, alles war selbst entwickelt, programmiert und gestaltet. Als ich 1986 auf der Uni Graz Akademischer Medienfachmann wurde, war vom Internet noch keine Spur und es gab praktisch auch keine Ausbildung. Meiner Zeit voraus, habe ich das Metier weitgehend autonom erlernt und erst 2006 ein Diplom als Web-Entwickler am SIT (Sydney Institute of Technology) gemacht. Leider wurde bald darauf meine berufliche Laufbahn mit der Diagnose Parkinson gebremst. Meine Vision, die ich seinerzeit in einem gemieteten Haus in der Whaling Road hatte, hat sich jedenfalls heute im Eigenheim am Jakobsweg mit rund einer halben Million Zugriffen pro Jahr auf meine Seiten längst bewahrheitet.

Best of GANGAN 1984|94

32-neu-print-cover

Unsere Geschichte als Buchverlag beginnt natürlich schon lange vor dem Internet. Für Freunde des gedruckten Wortes hatten wir zum 20-jährigen Verlags-Jubiläums eine Lit-Mag Sondernummer mit den besten Texten herausgegeben.

Die haben wir jetzt als einen Sammelband gedruckt. Dieses Buch empfehlen wir um nur € 11.90 zum Kauf.

Jedenfalls wünsche ich auch mit der neuen Website viel Vergnügen und eine spannende Entdeckungsreise in alle Ebenen des umfassenden virtuellen Verlagshauses.

Horst Gerald Ganglbauer
Stattegg-Ursprung, am 18. Jänner 2019

Buchhändler

Gute Buchhändler, die unsere Titel bestellt haben

Facultas Verlags‐ und Buchhandels AG Universitätsstraße 7 A 1010 Wien
Verlag des ÖGB GmbH Büchereiservice Johann Böhm-Platz 1 A 1020 Wien
MORAWA SCS Morawa Buch und Medien GmbH SCS G 299 A 2334 Vösendorf
Trauner Verlag Buchservice GmbH Köglstraße 14 A 4020 Linz
Uni-Buchladen Servicebetrieb ÖH-Uni Graz Zinzendorfgasse 25 A 8010 Graz
Buchhandlung Moser Morawa Buch und Medien GmbH Am Eisernen Tor 1 A 8010 Graz
Büchersegler e.U. Inh. Beatrice Baumann Mariahilferplatz 5 A 8020 Graz
Buchhandlung Hofbauer Inh. Andreas Hemmer Hauptplatz 31 A 8430 Leibnitz
Buchhandlung Nest Inh. Ferdinand Nest Hauptplatz 2 A 9800 Spittal
Buchhandlung Otto Harrassowitz GmbH & Co KG Kreuzberger Ring 7b-d D 65205 Wiesbaden

Die Österreicher im Ausland

Gerald Ganglbauer: Einblicke in die österreichische Seele
Gangan Verlag, Stattegg 2019, Paperback, 104 Seiten, 21 x 14,8 cm, 
ISBN 978-3-900530-49-5 Amazon | Verlag | Buchhändler | € 14,90 
ISBN 978-3-900530-48-8 (ePUB) | Kindle | Apple | € 4,99
oesterreicher-cover-web
Die Österreicher im Ausland

Liebe Leserinnen und Leser
Nach 15 Jahren unbeschwerten Lebens im Ausland verspürte ich das Bedürfnis, meine Wurzeln wieder zu finden und hoffte, dadurch auch meine österreichische Seele zu ergründen. Im realen Leben flog ich öfter als sonst nach Österreich um meine Spuren zu recherchieren. Im Internet suchte ich nach Gruppen, jedoch war ausser einigen privaten Stammtischen nichts zu finden. Deshalb rief ich im Jahr 2004 das Auslandsösterreicher-Forum ins Leben und habe es acht Jahre lang tagein tagaus moderiert.
Das AÖ-Forum wurde ein paar Mal kopiert, aber nie erreicht – es sprach sich in aller Welt herum und die Teilnehmerzahl stieg kontinuierlich. Man wusste, dass man hier unter Freunden war, wenn im Ausland jemandem etwas Österreichisches am Herzen oder auf der Leber lag. Die vorliegende Sammlung ist eine Auswahl aus den ersten 200 Beiträgen, die teilweise recht interessante Einblicke in österreichisches Denken geben und sehr trefflich die Befindlichkeiten von Herrn und Frau Österreicher außerhalb ihrer ursprünglichen Grenzen beschreiben.
Facebook und Co. fand zu jener Zeit regen Zuspruch und so war der Auslandsösterreicher-Weltbund, AÖ-Interessenvertretung und Kooperationspartner, im Jahr 2012 meinem Drängen gefolgt, das Forum aus Web 2.0 Modulen weiter zu entwickeln. Da es deshalb keines Moderators mehr bedurfte, konnte ich mich elegant aus dem Staub machen, wurde zum geistigen Vater des heutigen AÖ-Forums und nütze die Gelegenheit, dem AÖWB für die langjährige gute Zusammenarbeit zu danken.
Mein besonderer Dank gilt aber vor allem jenen Österreicherinnen und Österreichern, die über die Jahre dazu beigetragen haben, das AÖ-Forum mit ihren Beiträgen lebendig zu halten.

Gerald Ganglbauer
Stattegg-Ursprung, 12. Jänner 2019

Heimo Wacha

Heimo-WachaHeimo Wacha, geboren 1962 in Graz. 1980 Matura. Studienversuche. Ausbruch der Krankheit paranoide Schizophrenie. 1988 erster Klinikaufenthalt. Pensionierung. 1996 Einstellung auf ein Medikament, das sich als gesundheitsfördernd herausstellt. Kreative Versuche. 2010 Beginnt Märchen zu schreiben.

Lieferbare Bücher

Gemischter Satz

Walter Hölbling: Gedichte | 13
Gangan Verlag, Stattegg 2019, Paperback, 
116 Seiten, 21 x 14.8 cm, ISBN 978-3-900530-46-4
Verlag | Autor | Buchhandel | € 9,90 

Gemischter Satz, Gedichte

abstand

die welt wird langsamer

hauchdünne nebelschleier schieben sich milchzart
zwischen die dinge und mein wollen

die klaren kanten der objekte
werden stumpf und weich
die dringlichkeit der augenblicke
weicht meinem grübeln
über mögliche entschlüsse
worte gerinnen zu abstrakter starre
in der die dinge ewig unverändert bleiben

ist es ein todesahnen
das mir am nacken tastet
und mich für eine weile
des trosts der ständigen veränderung beraubt?

es scheint das leben sich
mit weiten schritten zu entfernen
die küchenuhr tickt lauter als gewohnt

sie misst die zeit
von hier bis zu den sternen

ihr gang bleibt gleich

sie zählt
und bläst
die schleier meiner kurzen ewigkeit
sanft und bestimmt
in die vergangenheit

Gangan Reviews

[…] Bilder von befreundeten Künstlerinnen, – Hölbling hat ausschließlich Frauen für die bildnerische Ausstattung seines Buches erwählt, – machen das Buch nicht nur zu einem edlen, sondern auch zu einem schönen: Beate Landen („flower of loss“, „orchid blossoms“, „herbst“), Yuko Ichikawa („traumfliegen“, „the brilliance“), Herta Tinchon („some music“) und Waltraud Mohoric („world“) markieren jeden neuen Themenabschnitt  und ihre Bilder, meist Aquarelle, durchziehen das Buch wie Traumfänger, Nebelschwaden. Als würde dieses lyrische Element, diese Farbigkeit, Naturverbundenheit, kreatürliche Allverbundenheit ihm besser passen zu den in diesem wunderbaren Lyrikband angeschlagenen weichen, sanften Tönen. Da kommt keiner mit der Peitsche daher, da baut keiner artifizielle Gebäude, da wird organisch und aus Situationen, Landschaften, Stimmungen und Wetter heraus im wahrsten Sinn des Wortes „gedichtet“.

Danke, Walter – ein zartes, schönes, gehaltvolles, sehr lyrisches Buch!

Andrea Wolfmayr