Peter Köck
DAS UNBEWÄLTIGTE WÖRTERBUCH
Gedichte

1990, 128 Seiten, Englische Broschur, 21 x 14.5 cm
ISBN 3-900530-17-3, 9,90 Euro / A$16.50
recommended incl. GST

Das unbewaeltigte Woerterbuch Peter Koeck

Peter ‘Pjotr’ Köck,

geboren am 2. 10. 1949 in Pöllau, Steiermark, lebte in Graz, Studium Psychologie/Philosophie, Dissertation über ‘Nahwahrnehmung’, Jazz-Trompeter, Bildkünstler, seit 1987 in Wien, wo er am 1.6.1989 im Donau-Oder-Kanal aus ‘unerklärter Ursache’ ertrank. Das Bild anfängt stehen, LXIV Etüden in Haiku, gangan 1989; Das unbewältigte Wörterbuch, gangan 1990; weitere Veröffentlichungen seit 1975 im Rundfunk, in Zeitschriften und in Anthologien, Haikus u.a. in ganganbuch 5. Die Gesamtausgabe seines Werkes sollte bei gangan fortgesetzt erscheinen.

Cover: Gerald Ganglbauer
Foto: Krista Kempinger

Auszüge aus den Medien:

‘die welle entlang
wo der damm aufhört und das
bild anfängt stehen’.

Das Bild steht noch deutlich vor Augen: Der ertrunkene Dichter Peter Köck, damals 39, wird am 1. Juni 1989 in der Nähe von Groß-Enzersdorf aus dem Donau-Oder-Kanal gefischt. Ein Jahr später ist nun beim gangan Verlag der zweite Band einer Peter Köck gewidmeten Werkausgabe erschienen. Köck bediente sich darin permutativer Verfahren. Dabei wird ausgewähltes Wortmaterial semantischen und seriellen Veränderungen unterworfen. Das stellt Köck in die Tradition der experimentellen Literatur. Der studierte Sprachwissenschafter entlockte aber seinem (vorgeblich) Wörterbüchern entlehnten Vokabular, das er in fingierte Rede- und Argumentationsmuster einpaßte, gänzlich neue oder betont gesuchte Wendungen, die seiner Arbeit eine stark persönliche Note verliehen.

(Ronald Pohl im Standard vom 19. Dezember 1990)

Eine eigenständig spontane, lustvoll verspielte Antwort auf die streng serielle Operationstechnik der Wiener Gruppe und ihrer nachhinkenden Ableger. Zu sehr war Köck ins Spiel mit Wortklang und -farbe verliebt, um sie einer strengen Konstruktion zu unterwerfen. Wo wieder andere in die Metapher auskehren, greift seine Lyrik ‘pragmatisch’ in die Alltagserfahrung und zerkaut humorvoll deren ungeschliffenes Wortarsenal. Nie degradiert die assoziative Überraschung das paronomastische Jonglieren mit dem Inhalt zur bloßen Pointe.
Peter Köck hat sich beim Schreiben wie im Leben gehen lassen, darum pulsen seine Gedichte vor Lebendigkeit. Als Leser hat man das anfeuernde Gefühl: sie werden in dem Moment, vor eigenen Augen geschrieben und bei jedem Wiederlesen neu. Die vielen falschen Töne, die eine wacklige Trompete – Musiker und Bildkünstler war er nebenbei auch – an heißen Sommertagen durch die Grazer Herrengasse geblasen hat, hier klingen sie nach. Und wer genau hinhört, der merkt, obwohl tragischerweise etwas spät: es waren die richtigen.

(Richard Stradner am 1. März 1991 in der Kleinen Zeitung)

Erinnerungen an einen früh Verstorbenen: Von Peter Köck (1949 – 1989), ein böser Bube, der schreibt, wie ein Nachfahre der Wiener Gruppe nur schreiben kann, hat der gangan Verlag ‘Das Unbewältigte Wörterbuch’ neu aufgelegt. Wie da einer mit Sprache umgeht, respektlos und provokant, ist immer auch witzig.

(A. Thuswaldner am 19. Jänner 1991 in den Salzburger Nachrichten)

Die Großverlage produzieren Maschinensemmeln, wir Kleinverleger machen das Feingebäck, behauptet Horst Gerald Ganglbauer, Kleinverleger mit Adressen in Graz, Wien und Sydney. Eines seiner feinsten Gebäcke dürfte wohl die Ausgabe der Werke des Peter Köck sein.

(Lesezirkel der Wiener Zeitung, Nr. 49)

Weiters von Peter Köck:

DAS BILD ANFÄNGT STEHEN
LXIV Etüden in Haiku (=Hokku)

1989, 64 Seiten, Englische Broschur, 21 x 14.5 cm
ISBN 3-900530-14-9, 7,90 Euro / A$11.00
recommended incl. GST

Das Bild anfaengt stehen

Cover: Gerald Ganglbauer

über das hokku

du sollst das hokku wie eine mutter sprechen, die ihrem kind die geschichte vom guten mond erzählt. nämlich wie eine schöne junge mutter von einem überaus sanften schönen mond. ruhig und verträumt und mit stiller herzlicher freude in den geschlossenen augen. sie steht am fenster oder irgendauch im warmen gras der sommerlichen gärten. der wind schläft schon in den bäumen und die vögel singen nur ganz von fernher ...
... so bitte sprich das hokku.

H. C. Artmann


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